Demonstranten fordern Ministerrücktritt wegen illegaler Vergabe von Bergbaulizenzen

Mitglieder und Unterstützer der Umweltorganisation DMNN (Delhiin Mongol Nogoon Negdeel, Grüner mongolischer Umweltverband) haben am 21.12.2015 ein dreitägiges Sit-in vor dem Denkmal für die politischen Opfer in Ulaanbaatar begonnen. Sie fordern die Rücknahme der illegalen Genehmigung zum Gold-Abbau an die Australisch-Mongolische  Gesellschaft, da diese Genehmigung gegen eine ganze Reihe von Gesetzen verstößt, wie zum Beispiel das als “Gesetz mit dem langen Namen” bekannte Umweltgesetz. Dieses verbietet Erkundungs-, Erschließungs- und Abbautätigkeiten an und bei Quellgewässern, Flüssen, Wäldern und Schutzgebieten. Die Demonstranten fordern die Entlassung des zuständigen Ministers Jigjid Rentsendoo.

Die fragliche Ausnahmegenehmigung MV-019023 für den Goldabbau am Onon-Fluß war am 13. August 2015 erteilt worden. Die Genehmigung umfasst eine Fläche von 77.932 Hektar Land in den Landkreisen Batshireet und Binder in der Provinz Khentii im Nordosten der Mongolei. Das Ministerium für Umwelt, Grüne Entwicklung und Tourismus in der  Mongolei bestätigte, dass die Grenzen dieses Gebiets in die geschützten Zonen hineinreichen.

Der Fluß Onon, einer der saubersten und natürlichsten Flüsse der Mongolei entspringt in den Burkhan Khaldun Bergen im Khentij-Gebirge (der mutmaßliche Begräbnisort von Dschingis Khan und Nationalheiligtum der Mongolei) und mündet in den Amur in Sibirien. Diese Region um den Amur ist eine der artenreichsten Biosphären mit Wald der gemäßigten Zone, weitem Grasland und intakter Taiga des Nordens. Das Flussgebiet des Amur wird vom WWF zu den 20 größten und wichtigsten Wasserschutzgebieten und Öko-Zonen Asiens gerechnet. Der WWF setzt sich ebenfalls dafür ein, jegliche Begbauaktivität am und um den Onon-Fluss zu unterlassen.

Die meisten in der Mongolei operierenden Bergbauunternehmen benutzen Zyanid, um Gold aus dem Gestein zu lösen. Zyanid ist extrem giftig und verschmutzt die Umgebung, Tiere, Menschen und Wasser. Die Gebrauch von Zyanid hat nicht nur Auswirkungen auf den Fluß Onon, sondern beeinflusst ebenfalls den Amur und das Ökosystem der Burkhan-Khaldun-Berge. (In Europa ist die Nutzung von Zyanid im Bergbau nahezu überall verboten).

DMNN setzt sich seit 2013 unermüdlich gegen illegalen Bergbau überall im Land ein. Während der letzten Einsätze in der Zentralprovinz sowie in den Provinzen Selenge, Darkhan-Uul, Arkhangai, Ovorkhangi und Bulgan, wurden viele Bergbaugesellschaften identifiziert, die illegal und unter Verstoß gegen das Gesetz mit dem langen Namen operierten. Alle diese Verstöße geschahen unter der Aufsicht und Verantwortung des gegenwärtigen Bergbauministers Herrn Rentsendoo.

Da die Regierung trotz aller wiederholten Aufforderungen an die zuständigen Stellen keine konkreten Maßnahmen gegen diese Unternehmen ergriffen hat, hat DMNN dieses dreitägige Sit-In vor dem Denkmal für die Opfer staatlicher Unterdrückung organisiert, um der Forderung nach dem Rücktritt von Minister Rentsendoo Nachdruck zu verleihen.

  • Rentsendoo muss zurücktreten, weil er unverantwortbare Bergbauaktivitäten unterstützt und gefördert hat.
  • Die Sondergenehmigungen für den Goldabbau muss zurückgenommen werden.
     

(DMMN Mongolia, Übersetzung: Eike Seidel)

 

 

 

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